Die Buntspechte aus dem Jahresbericht 2025

Feucht ging es los am 11. Januar beim ersten Buntspechtetreffen des Jahres: das Wal­nuss­grundstück stand teilweise unter Was­ser, was uns aber keineswegs von unseren Aktivitäten abgehalten hat. Auf dem Programm stand dieses Mal das Basteln von Trinkhalmen. Und dazu gab es eine Vorgeschichte: als wir im Dezember Apfelpunsch gemacht hatten, sind die 5 Zimtstangen im Punsch gleich als Trink­halme weiterverwendet worden. Sehr schlau. 5 Zimtstangen reichen aber na­türlich nur für 5 Buntspechte. Kein Prob­lem, Trinkhalme für alle haben wir aus Ho­lunderzweigen gebastelt. Außer dem Apfel­punsch haben wir Kartoffelsuppe gekocht, bei deren Zubereitung alle fleißig mitgeholfen haben. Ansonsten war na­tür­lich der erwähnte See in der Mitte des Grund­stücks die Attrak­tion. Da konnten nasse Füße nicht ganz aus­bleiben. Aber es war sehr lustig und nasse Socken haben wir über dem Feuer getrocknet.

Weiter ging es im Februar mit Löffeln. Nach den Trinkhalmen im Januar haben wir die­ses Mal Suppenlöffel geschnitzt. Vorbe­reitet waren schon halbierte Aststücke aus trockenem Holz, aus denen Griff und Löffel­form herausgeschnitzt werden muss­ten. Weil das Schnitzen der Vertiefung des Löffels mit Schnitzmessern sehr schwie­rig und aufwendig ist (es gibt spezielle Messer für Vertiefungen, die sind aber etwas gefährlich), haben wir einen tollen Trick verwendet: die Vertiefung wird nicht ins Holz geschnitzt, sondern ge­brannt. Dafür wird ein kleines Stück Glut genommen, auf das Holz gelegt und mit einem Stöckchen festgehalten. Unter vor­sichtigem Pusten brannte sich die Glut in das Holz. Die Vertiefung wurde noch etwas von der Kohle gereinigt, und die Löffel­vertiefung war fertig. Zur Stärkung gab es Kartoffelsuppe, die dann mit den selbst­geschnitzten Löffeln gegessen werden konn­te. Apfelpunsch gab es auch wieder und wer wollte, konnte nochmal Holunder-Trinkhalme bauen. Nebenbei haben wir noch etwas Wichtiges gemacht: wir haben die Vogelnistkästen gereinigt, damit die Vögel wieder neue Nester bauen können.

Auch beim Termin im März drehte es sich um Besteck. Diesmal war das Schnitzen von Messer und Gabel an der Reihe. Unter Anleitung (wie immer gab es die üblichen Sicherheitshinweise für das Schnitzen, wie z.B. Abstände wahren, immer vom Körper weg schnitzen, bei Nichtgebrauch Messer immer in die Hülle stecken usw.) ging es ans Werk. Zum Aufwärmen und zur Stärkung kochten wir Apfelpunsch mit Orange, Zimt und Anis (für die Holunder-Trinkhalme), auf dem Feuer brieten wir Kartoffeln (für die Holzgabeln), von denen natürlich nichts übrigblieb, und zusätzlich gab es Kürbissuppe (für die Holzlöffel). Zum Abschluss haben wir uns noch ausgetobt. Gegenseitiges Bewerfen mit Schlamm über den Graben hinweg kann richtig Spaß machen.

April ist Brennnesselzeit. Wir haben auf unserem neuen Grundstück, dem Rosen­garten, Brennnesselspitzen gepflückt, und zwar mit bloßen Händen. Es gibt einen Trick, wie man das hinbekommt, ohne sich zu brennen. Wenn es dann doch mal gebrannt hat, dann nur wenig. Aus den Brennnesseln haben wir leckere Brennnesselbratlinge (Bärlauch und Giersch war auch dabei) in den Minipfannen gebraten. Es war sonnig, und im Steinhaufen auf dem Wiesen­grundstück haben wir eine Blindschleiche gefunden. Auf dem Walnussgrundstück entstand eine neue Hütte mit Naturzaun und Löwenzahnblütendekoration. Wer noch keinen Löffel gebrannt bzw. ge­schnitzt hatte oder nochmal einen machen wollte, hatte dazu auch Gelegenheit.

Mai – Froschwanderzeit. Daher drehte sich das Treffen im Mai um Frösche und Kröten. Frösche und Kröten haben jedoch die Ei­genschaft, eher bei Dämmerung auf Wan­derschaft zu sein, außerdem eher nicht auf dem AGNUS-Jugend-Grundstück, und wenn sie nicht wandern, sind sie im Moor. Kurzerhand haben wir uns daher unsere eigenen Frösche und Kröten aus tollem Origami-Froschpapier gebastelt. Ein Heft gab es auch noch dazu. Nach dem Basteln ging es gemeinsam ein kleines Stück den Weg hinein ins Moor. Frösche oder Kröten haben wir dann tatsächlich nicht ange­troffen, und sie haben auch nicht gequakt, weil es leicht geregnet hat. Dafür haben wir eine kleine Blindschleiche gefunden. Zur Beobachtung haben wir sie in ein Plastik­gefäß gesetzt, aber danach selbst­ver­ständlich wieder in die Freiheit entlassen. Tierisch erwähnenswertes gab es auch vor­her auf dem Grundstück: in den Staren­kasten war wieder eine Starenfamilie ein­gezogen, und die Elternvögel pendelten die ganze Zeit, um die Jungen mit Futter zu versorgen. Wir sind ebenfalls nicht verhungert: es gab Eierkräuteromelette.

Die AGNUS-Jugend ist Pächterin des Streuobstbaumstreifens, der vom Weg „Am Bruch“ Richtung B3 verläuft. Sonja und Wolfram hatten in den Wochen vorher den Streifen gemäht, und nun musste das Heu auf die AGNUS-Jugend-Grundstücke trans­portiert werden. Eine besondere Auf­gabe im Juni für die Buntspechte, die auf alle verfügbaren Gefährte (Schubkarre, Fahr­radanhänger) das Heu aufstapelten und wegbrachten. Das Heu wurde zum Teil in den Hütten verbaut und der größere Teil wurde später zur großen Sprungmatte unter dem Walnussbaum. Das Wetter spiel­te dabei leider nicht ganz mit: es gab erst mehr als genug Regen, der die Laune etwas, aber nicht ganz trübte. Entschädigt wurden wir alle auf dem Grundstück, als es endlich trockener wurde und die Sonne rauskam. Am Feuer haben wir Pfann­kuchen gebacken, die wir nach Belieben mit Johannisbeeren (vom Grundstück) und Zucker versüßt haben. An diesem Tag entstand auch die erste Teeküche von den Buntspechtejungen. Die Buntspechte­mäd­chen haben die Pfannkuchen­teig­aus­gabe ein­gerichtet.

Im Juli ging es nochmal zum Streu­obst­streifen. Das Wetter war toll, es war trocken, und vor allem war das Steinobst reif. Mit unserer eige­nen Obst­baum­leiter und den Fahr­radanhängern gingen wir an die Ernte, die sich sehen lassen konnte: einige Körbe voller Kirschpflaumen und Zwetschgen. Aus einem Teil der Pflaumen und Apfelsaft haben wir eine Bowle gemischt. Feuer konnten wir wegen der Trocken­heit nicht machen. Die restlichen Kirschpflaumen und Zwetschgen wurden deswegen hinterher bei Sonja und Wolfram zu Mus eingekocht und bei den nächsten Malen z.B. für Pfann­kuchen verwendet. Zurück auf dem Grundstück (die Zeit war noch lange nicht um), ging es auch um andere Themen: Sonja hat ein Buch über Schilfboote mitgebracht. Mit Schilfstengeln und Schilfblättern vom Graben haben einige Buntspechte ihr eigenes Schilfboot gebaut. Es gab aber auch noch andere Aktivitäten. Die Buntspechtejungen haben eine eigene Bowle gemacht und einen schön dekorierten Ausschank eingerichtet. Konkurrenz belebt das Geschäft: die Buntspechtemädchen haben sich mit der Zeit hinter der Hütte ebenfalls eine Teeküche eingerichtet und auch dort gab es an diesem Tag eine Bowle nach eigenem Rezept. Und ein paar Holunder-Trinkhalme wurden auch noch schnell gebastelt.

Nach der Sommerpause fand im Sep­tember die bisher wohl umfangreichste Bunt­spechteaktion statt: das Apfelsaft­pressen aus unseren eigenen Äpfeln. Was braucht man dazu? Natürlich erstmal Äpfel, die vom Rosengrundstück und vom Streu­obststreifen geerntet wurden. Die geern­teten Äpfel wurden im großen Bottich gewaschen und von faulen Stellen befreit. Sonja hat als Mitglied des Bürger- und Heimatvereins aus dem Heimat­museum einen Apfelhäckseler mitgebracht, mit dem die Buntspechte die Äpfel in preßbare Stücke zerkleinerten. Diese wiederum kamen portionsweise in die Apfelpresse, die auch aus dem Heimat­museum stammte. Unter den Kräften aller floß aus der Presse der Rohapfelsaft, der gleich von einigen probiert und für gut befunden wurde. Welcher Druck in der Presse herrscht, konnten wir uns ausmalen, nachdem das Abschlußbrett, auf das der Stempel drückt, sich in mehrere Teile zerlegt hatte. Am Schluß wurde der Rohapfelsaft erhitzt und in Beutel abgefüllt, die wiederum in die bekannten Kartons gesteckt wurden. Neben­bei wurde weiter an beiden Tee­küchen gebaut und dekoriert. Insgesamt war es ein logistisch aufwendiges aber zu­gleich tolles Erlebnis für alle, das ohne die zahlreiche Erwachsenenhilfe nicht möglich gewesen wäre. Vielen Dank an Christina, Isabell, Wanda, Axel und vor allem an Stephan für die Ausrüstung zum Erhitzen und Abfüllen.

Schon seit langem angekündigt war es im Oktober endlich soweit: die Seilrutsche wurde aufgebaut, oder besser gesagt, die wesentlichen Teile haben Sonja und Wolfram bereits vor dem Treffen aufgebaut, weil das doch etliche Kletterei im Walnuss­baum und auf der Leiter erforderte, was mit der Gruppe etwas schwierig gewesen wäre. Diesmal wurde, um die Span­nung etwas zu steigern, das Programm um­ge­dreht: zuerst haben wir Feuer ge­macht, auf dem nach Lust und Laune alles Mögliche gebraten werden konnte: Toast, Spiegeleier, Äpfel. Vor lauter Apfelsaft­pressen im September waren wir gar nicht dazu gekommen, Äpfel zu braten. Aber dann wurde endlich die Seilrutsche in Betrieb genommen. Im Prinzip besteht sie nur aus einem straff gespanntem Seil, das in der Mitte nochmal gegen die seitlichen Bäume abgehangen war. Dann wird eine Seilrolle eingehängt, in die Schlinge unten dran setzt sich ein Buntspecht, und los geht es. In der Länge war sie vielleicht nicht ganz vergleichbar mit Seilrutschen auf Aben­teuerspielplätzen, aber sie war selbst­ge­macht und machte viel mehr Spaß.

Zum Treffen im November haben wir zum ersten Mal eine neue Errungenschaft der AGNUS-Jugend ausprobiert, die uns freund­licherweise von Denise und Axel ge­schenkt wurde: eine Werkbank mit darauf montiertem Schraubstock. Das Bastel­thema waren Holztiere aus Aststücken, die mit Nägeln zueinander beweglich montiert wurden. Dafür haben wir ein paar Weiden­zweige im Rosengarten geerntet. An der Werkbank wurden die Äste fleißig auf die richtige Länge gesägt, es wurde gebohrt und genagelt. So entstanden viele kleine Holzpferde oder -rehe. Parallel zu den Bastelaktionen kamen die üblichen Koch­aktivitäten in Gang. Da es bereits wieder kalt geworden war, gab es am Feuer Apfel­punsch und Kartoffelsuppe und aus großen Blechschalen Eieromelette. Aber auch die zwei kleinen Teeküchen nahmen ihren Be­trieb auf, und eine weitere Kochstelle ent­stand.

Das Jahr geht langsam zu Ende, Weih­nachten droht. Im Dezember gab es ent­sprechendes Bastelprogramm, nämlich Wal­nusskerzen. Am Feuer haben wir Wachs­reste in einem Wasserbad erhitzt und das flüssige Wachs in eine halbe Wal­nussschale mit kleinem Docht in der Mitte gefüllt. Wichtig zu wissen: diese Kerzen eignen sich nur als Schwimmkerzen, da sie umkippen können. Attraktiver als die Ker­zen war dann aber doch der kulinarische Programmpunkt Schokobananen. Sonja hat bereits vorher eine ganze Menge Ba­nanen und Schokolade besorgt (und letztere beim Termin streng bewachen müs­sen). Die Bananen wurden der Länge nach aufgeschlitzt, Schokoladestückchen wurden hineingesteckt, und dann kamen die Bananen in die Glut. Erstaunlicherweise fangen die Bananen nicht an zu brennen, sondern werden außen nur braun, dafür wird das Innere schön gebraten, und die Schokolade zerläuft. Eine tolle vorweih­nachtliche Mahlzeit. Wer es nicht ganz so süß haben wollte, für den hatte Malte Eier mitgebracht (herzlichen Dank an Familie Kern und ihre Hühnerschar für die Eier­lieferungen), die am Feuer zu Spiegel- oder Rührei gebraten wurden.

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