Die Rotkehlchen

Rotkehlchen

Kindergartenkinder erkunden unter der Leitung von Sabine
in Begleitung eines Elternteils die Natur.

Für Kinder von 5 bis 6 Jahren (Jahrgang 2020 bis 2019).
Die Gruppe wächst mit dem Alter der Kinder mit.
Treffen monatlich mitwochs,
im Winter 15:00 -17:00 Uhr, im Sommer 15:30 -17:30 Uhr,
Details bei den Terminen
Voraussetzung ist eine Familienmitgliedschaft

Ansprechpartnerin und Anmeldung bei:
Loubna Oberwinkler, E-Mail: loubna@agnus-weingarten.de

zurück zur Gruppenübersicht

Neues aus der Gruppe

  • Die Rotkehlchen aus dem Jahresbericht 2025

    Das erste Rotkehlchentreffen be­grüßten wir im Januar mit einer kleinen Acht­samkeitsübung: wir atme­ten eine große Prise Januarluft ein und nahmen wahr, wie sie riecht. Still lauschten wir nach den Geräuschen um uns und ver­suchten ihren Ursprung zu ergründen. Wir schauten uns in der Natur um und betrachteten sie in ihrem Winterkleid. So sahen wir blattlose Bäume, trockene, gelbe Maisstängel und einen Blätterhaufen aus braunen, trockenen Blättern. Die Vögel im Winter erhalten von den Menschen verschie­dene essbare Saaten und Körner, weil ihr natürliches Nahrungeangebot jetzt sehr eingeschränkt ist. Wir probierten sie und ordneten sie den verschiedenen Vögeln zu, die ihrem Schnabel ent­sprechend eher weiche oder harte Kör­ner knacken können. Dann wartete am Lagerfeuer schon heißer Apfelpunsch. Aus den weichen Saaten rösteten wir uns einen Knuspermix, der hervor­ragend auf Butterbrot schmeckte. Zum Abschluss baute jedes Kind zusammen mit seinem Elternteil einen Meisenknödelhalter aus Weiden­zwei­gen.

    Ende März zum zweiten Treffen beschäftigten wir uns mit Hasen und Kaninchen. Die Kinder erarbeiteten zusammen mit Loubna deren unter­schiedliche Lebensweisen. Dar­aufhin sammelten Eltern und Kinder wilde Wiesenkräuter: aus ihnen wurde eine leckere Kräuterbutter her­gestellt, die wir auf Hasenbrot (frisch ge­backe­nes Brot mit einer knusprigen Kruste und einer sehr weichen Brot­krume) genossen. Auf dem Lagerfeuer wärmten wir Apfelpunsch, und auf der Wiese übten die Kinder als Hasen und Kaninchen das Haken schlagen. So erfuhren sie, wie schwer es für Raubtiere ist, einen Hasen zu fangen. Die Kinder kennen sich nun schon sehr gut und gehen mutig aufeinander zu, wie wir beim Abschlussspiel erleben konnten.

    09. April: bei strahlenden Sonnenschein durften wir wieder ein neues Schnup­perkind mit seinem Papa begrüßen. Sabine sprach mit den Kindern darüber, mit was die Rotkehlchen im Frühling beschäf­tigt sind und welche ihre bevor­zugten Nistplätze sind. Zu Anschauung be­trach­teten wir das Bild eines Rot­kehl­chennests, in dem 5 hungrige Rot­kehl­chen sitzen. Der Rotkehlchenpapa und die Vogelmutter sind eifrig dabei, sie zu füttern. Die Kinder überlegten, was die Jungen wohl am liebsten fres­sen. Überhaupt war alles interessant, was es rund um die Vogelbrut und zu verschiedenen Vogelnestern zu wissen gibt. So konnten wir sehen, wie sie gebaut sind, und ein Foto zeigte uns, dass die Eier der Rotkehlchen eine naturweiße Farbe haben und rostrot gesprenkelt sind. Inzwischen hatten die Eltern eine Baumscheibe mit Löchern versehen, auf die sie nun gemeinsam mit den Kindern aus Weidenästen Osterkörbchen flochten. Für die ferti­gen Körbchen suchten die Kinder auf dem Gelände eine weiche Aus­pol­ste­rung. Sie fanden trockene Samen­stände, frisches Gras, Moos und ande­res. Anschließend erkundeten wir das durch die AGNUS-Jugend neu ange­pachtete Grundstück. Unser ge­lieb­tes Rotkehlchenspiel gab unserem wun­der­vollen Nachmittag in der Natur einen fröhlichen Abschluss.

    Bei der nächsten Veranstaltung am 21. Mai versammelten sich alle Rot­kehl­chen im Kreis und lauschten eine kurze Weile der Natur. Wir hatten den Eindruck, dass die Vögel um uns herum diese kleine Wahrnehmungs­übung zusammen mit uns machten, denn sie waren erstaunlich still in diesem Moment. Wir sahen bereits, dass sich am westlichen Himmel dunkle Wolken zusam­menzogen, und tatsächlich rückte ein Gewitter immer näher an uns heran. Wir setzten uns um die Feuerschale, wo sich die Kinder zusammen mit Loubna in eine Vogel-Mitmach-Geschichte vertieften. Als der Wind immer stärker pustete, stellten wir uns auf die Brache und sahen dem Wetterschauspiel zu. Mit dem Einsetzen des Regens flüch­teten wir alle in die Hütte, wo wir die Zeit mit dem Vespern des mitgebrachten Proviants verbrachten. Bei leichtem Regen gingen wir dann auf unserem neuen Rosen­grundstück auf Ent­deckungs­tour. Abwechselnd durften die Kinder die Gruppe auf einem selbst gewählten Weg über das Grundstück führen. Dabei merkten sich die Kinder immer eine Pflanze oder Sache, die sie bemerkenswert fanden. Wir sammelten außerdem viele Wild­kräuter, die wir auspressten, um mit der gewonnenen Saftessenz eine leckere Wildkräuterlimonade herzustellten. Zum Abschluss durfte unser beliebtes Rotkehlchenlied nicht fehlen.

    Es war ein sehr heißer Mittwoch­nachmittag Ende Juni. Jedoch im Schatten unseres großen Nussbaumes konnten wir einer kleinen Geschichte lauschen, die uns zu den Rosen auf unserem neuen Grundstück führte. Wir schnup­perten ihren zarten Duft und bemerkten die vielen verschiedenen Rosa- und Rottöne der Blütenblätter. Einige welke Blüten ernteten wir, außerdem Gänse­blümchen und Kleeblüten. Wir unter­suchten sie auf ihre Bestandteile und verglichen sie mit den Bildern in einem Bestim­mungs­buch, das uns auch die dazu­gehörigen Fachbegriffe verriet. In der Erfri­schungs­pause tranken wir kühle selbst­gemachte Limo, die mit unserem angesetzten Spitzwegerich-Holunder-Honig gesüßt war. Auch gab es herrlich frischen griechischen Joghurt, den wir ebenfalls mit dem feinen Honig süßten. Nach der Stärkung lernten wir, wie man mit einem „Wiesenpflaster“, d.h. einem Spitz­wege­richblatt, eine kleine Wunde, Verletzung oder einen Insektenstich selbst verarzten kann. Am Bastelstand malten die Kinder bunte Blüten, die mit einem Wunsch versehen im kleinen Wunschbrunnen erblühen konnten. Wie immer sangen wir unser Rotkehl­chenlied, zu dem wir jedes Mal neue und originellere Strophen erfinden.

    Im Juli gingen wir reife Zwtschgen und Kirsch­pflaumen auf dem durch die AGNUS-Jugend gepachteten Obst­baum­streifen ernten. Herrlich, wie das reife Obst auf die ausgelegte Plane unter den Bäumen herunter prasselte, als ein Papa oben im Baum fest schüttelte. Auf dem Grundstück ange­kommen berei­teten wir aus dem Obst leckere rohe Pralinen zu, indem wir es mit Nuss-Dattel-Schokomasse ummantelten. Zum Abschluss sangen wir wie immer unser legendäres Rot­kehl­chenlied – neu erfundene Strophen steigern unseren Mitmachspaß.

    Angenehm warme Spätsommer­temperaturen erwarteten uns Mitte September im AGNUS-Jugend-Garten. Bis alle Fami­lien eingetrudelt waren, zündeten wir das Feuer in der Feuerschale an und bereiteten einen Apfelpfannkuchenteig zu, denn diesmal stand der Apfel im Fokus. Eine Gruppe begann am Feuer, kleine Apfelpfannkuchen auszu­braten. Gleich­zeitig kosteten andere Kinder die verschiedensten Apfel­sorten. Wir ver­suchten, von der Scha­len­farbe auf den Säuregehalt der Äpfel zu schließen – was uns nicht gelingen konnte, denn grüne Äpfel sind eben nicht zwingend säuerlich, genauso wie rotbackige nicht immer süß sind. An einer anderen Station sollte der Apfel ertastet werden. Es gab in verschie­denen Körben jeweils ein Apfel und ein Gemüse, die sich sehr ähnlich anfühl­ten. Jedes Kind steckte beide Hände in den abgedeckten Korb, ertastete den Apfel und erklärte, anhand welcher Merkmale es den Apfel erkannt hat. Mithilfe von Fotos erfuhren wir vieles über die Apfelblüte, ihre Befruch­tungsorgane und wie der Apfel zu wachsen beginnt. An reifen Äpfeln such­ten wir im Apfelkelch die trockenen Blütenblätter. Ist der Apfel nicht ein kleines Naturwunder? Die restliche Zeit verbrachten die Kinder spielend in der warmen Abendsonne.

    Anknüpfend an die intensive Beschäf­tigung mit dem Apfel im September war Mitte Oktober ein sehr verbreiteter Schädling des Apfels, der Apfelwickler, das Thema. Wir schauten uns seine Bohrlöcher auf der Apfeloberfläche an und erkannten beim Aufschneiden seinen Fraß­weg ins Innere bis zum Kern­gehäuse – denn er frisst auch gerne die Apfelkerne. Anhand von Fotos konnten wir die verschiedenen Ent­wicklungs­stadien des Apfelwicklers und das Leben der zwei Generationen, die das Jahr über aktiv sind, kennen­lernen. Nach der Theorie bereiteten wir leckere Paradiesäpfel zu. Am Feuer kochten wir den Sirup, der mit Rote-Beete-Saft gefärbt war, solange ein, bis er zäh­flüssig war. Die Kinder tauchten ihre Äpfel mit Schaschlikspießen in die rote süße Masse. Nach kurzem Warten war der rote Guss erkaltet, und schon konnten wir die kandierten Äpfel genießen. Beim anschließenden Apfel­wicklerspiel legten die Apfelwickler Eier auf die Äpfel ab. Kinder, die in der Apfelrolle waren, mussten gut mit­zählen, um die Anzahl der abgelegten Eier richtig zu bestimmen. Mit unserem beliebten Rotkehlchenlied beendeten wir unser Treffen.

    Den kalten Temperaturen im November entspre­chend bereiteten wir uns diesmal eine warme Gemüse-Nudelsuppe zu. Damit die Suppe Zeit zum Kochen hatte, schnippelten die Kinder gleich zu Beginn unseres Treffens das Gemüse, während die begleitenden Eltern das Feuer anzündeten und sich um die Suppe kümmerten. Während­dessen startete für die Kinder im Rosengarten eine spielerische Orien­tierungsphase. Je­des Kind durch­streifte für sich den kom­pletten Garten. Am Ausgangspunkt zu­rückgekommen, überlegte jedes Kind, an welcher Stelle im Garten es sich am wohlsten gefühlt hat, und ging noch mal los, um diesen Wohlfühlplatz aufzusuchen und sich von dort ein besonderes Merkmal einzuprägen. Nach einem erneuten Versammeln aller Kinder versteckte sich jedes nacheinander an seinem Lieblingsplatz. Nach einem „piep“ aus dem Versteck durfte die Gruppe losziehen, um das Kind zu finden. In seinem Versteck entdeckt erzählte uns das Kind, warum es sich diesen Platz als Lieblingsplatz ausgesucht hat. Diese wundervolle Selbsterfahrung machte den Kindern so viel Spaß, dass sie das Spiel gleich nocheinmal wiederholten. Schließlich wurden alle zum Suppe­essen gerufen. Die Kinder wünschten sich für unser letztes Treffen, wieder mit dem Wichtel in Kontakt zu treten. Da man mit dem Wichtel nur per Post korrespondieren kann, schrieben wir ihm einen Brief und baten ihn, am Weihnachtstreffen im Dezember etwas mit uns zu unter­nehmen. Auch fragten ihn die Kinder, wie er denn mit den Tieren und Pflanzen spreche. Wir hängten den Brief an die Fichte auf dem Grundstück und verabschiedeten uns.

    Als wir unser letztes Treffen im Jahr am 10. Dezember eröffneten, entdeckten die Kinder an der Fichte einen Brief vom Wichtel. Wir öffnen den Brief und lasen ihn gemeinsam. Der Wichtel hatte sich eine tolle Sache ausgedacht: er wünschte, dass jedes Kind einen schö­nen Futter­platz baut. Gleich machten wir uns an die Arbeit, um aus Birken­reisig, Moos und Thujazweigen eine gemütliche Vogelfutterschleife zum auf­hängen zu bauen. Das Futter hatte der Wichtel versteckt. Durch das rich­tige Beant­worten von Quizfragen über das Leben der Rotkehlchen bekamen die Kinder Hinweise, wo sie das Futter für die Rotkehlchen finden konnten. Die leckeren, von Eltern gemachten Ener­gie­bällchen durften die Kinder in ihre Vogelfutterschleife legen und sie dann im Laufe unseres Treffens immer wie­der naschen. Am Lagerfeuer tran­ken wir selbst gemachten Apfel-Weih­nachts­punsch und bereiteten Popcorn in den neuen Popcorn-Sieben zu. Dabei sangen wir Weihnachtslieder. In der wunder­vollen ruhigen dunklen Abend­stimmung verabschiedeten wir uns im Schein des Lagerfeuers – dankbar für das schöne gemeinsame Jahr 2025.


  • Die Rotkehlchen aus dem Jahresbericht 2024

    Das erste Treffen im Januar fiel aus, das Rotkehlchenprogramm ging daher am 21. Februar los mit dem Thema: „Wir schauen, was die Natur uns zeigt.“ Schon kurz nach Beginn trafen einige Eltern die Vorbereitungen, damit später das leibliche Wohl nicht zu kurz kommt: Feuermachen, erhitzen der Kochtöpfe mit Teewasser oder Apfelsaft, Vorbereitung des Waffelteiges. Aber zuerst ging es in Kleingruppen auf das hintere Grundstück, auf dem in Spaziergängen entdeckt werden konnte, was dort zur frühen Jahreszeit schon wächst: Salweide, Pollenweide, kriechendes Fingerkraut, stumpfblättriger Ampfer, viermänniges Schaumkraut, wilde Karde, Holunder. Dabei wurde auch ein Igelüberwinterungsplatz entdeckt. Nach der Exkursion konnte jedes Kind seinen Eltern von seinen Entdeckungen erzählen und davon, welche Pflanze am eindrucksvollsten war. Anschließend ging es wohlverdient zum Feuer, wo schon der Waffelteig und die Waffeleisen bereit waren.

    Das zweite Treffen fiel am 20. März fast pünktlich auf den Frühlingsanfang. Was gibt es auf den Grundstücken zu sehen? Welche Knospen und welche Blüten gibt es, wie duften sie? Welche Tiere sind unterwegs? Der Frühling ist etwas für alle Sinne, und daher gab es ihn auch zu fühlen: in einem Säckchen konnten die Kinder Weidenkätzchen, Knospen, weiches Gras und Gänseblümchen ertasten. Überall wuchsen bereits verschiedene Kräuter, was ein guter Anlass, war eigene Kräuterbutter herzustellen, die alle auf Brot probieren konnten. Aus Himbeerblättern, Spitzwegerich, Löwenzahn, Blutampfer, Honig, Rohrzucker, Zitrone und saurem Sprudel wurde eine leckere Limonade hergestellt.

    Am 29. April drehte sich alles um den Löwenzahn. Warum heißt er eigentlich so? Klar: die Zähne am Blattrand. Und welche Tiere mögen Löwenzahn? Zum einen haben ihn Kühe zum fressen gern, zum anderen natürlich auch Pferde oder Kaninchen. Angeblich soll ja die Butter von löwenzahnfressenden Kühen besonders gelb werden. Und natürlich mögen auch die Bienen Löwenzahn, genauer gesagt dessen Nektar und Pollen. Auf der Wiese konnten die Kinder Löwenzahnblüten suchen und sammeln. Sie zeigten dann auch ganz stolz die Funde ihren Eltern und sahen sich mit ihnen die verschiedenen Entwicklungsstadien der Blüte an.

    Das Maitreffen fiel aufgrund einer Gewitterwarnung aus, daher ging es am 26. Juni weiter. Gleich am Anfang kam die Frage auf: wer hat schon mal eine Biene gesehen? Wie sieht sie aus, wer hat schon das Summen gehört? Bienen sind wahnsinnig fleißige Tiere, die andauernd Nektar und Pollen von den Blüten sammeln und zu ihrem Bienenstock bringen. Um einen Eindruck zu bekommen, wie mühsam das Sammeln so wahnsinnig kleiner Mengen ist, haben die Rotkehlchen mit kleinen Löffeln Wasser von einem Ende des Grundstücks zum anderen transportiert. Auch unter der Mithilfe aller wurde der große Kochtopf nur ganz langsam gefüllt. Dann schauten sich die Rotkehlchen an, wo die Bienen wohnen, nämlich in einem Bienenstock. In diesem gibt es wahnsinnig viele der bekannten sechseckigen Waben, die mit Honig gefüllt und dann verschlossen werden. Und wie lecker der Honig ist, haben die Rotkehlchen dann auch auf Butterbrot probieren können.

    Jeder weiß, was eine Schnecke ist; zumindest weiß jeder, wie es ist, so langsam wie eine Schnecke zu laufen. Am 17. Juli konnten die Rotkehlchen zeigen, was sie von Schnecken schon wissen. Echte Schnec­ken waren an diesem warmen, trockenen Sommertag leider eine Seltenheit, aber dafür konnten die Rotkehlchen welche malen: auf Papier mit Wasserfarben und Kleister. Da hatte man an den Händen einen schleimiges Gefühl wie von richtigen Schnecken. Zur Erfrischung gab es an diesem tollen Tag selbstgemachte Limonade mit Zitrone und wilden Wiesenkräutern.

    September – Apfelzeit. Am 25.09. schauten sich die Rotkehlchen Äpfel an; nein, sie ertasteten sie. Mit einem Tastsäckchen, in dem ein Apfel steckte, musste erstmal erraten werden, worum es an diesem Tag ging. Dann ging es zusammen los zu den von der AGNUS-Jugend gepachteten Apfelbäumen am Graben. Toll, dass es so nah am Grundstück Äpfel gibt, die man ernten und mitnehmen kann. Die Äpfel wurden dann mit Elternhilfe kleingeschnitten und am Feuer zu Apfelmus verarbeitet. Dazu gab es Sahnereis, der auch am Feuer zubereitet wurde. Das hat alles wahnsinnig lecker geschmeckt.

    Nach dem Essen gab es ein gemeinsames Spiel: die Kinder gaben ihrem Elternteil, das die Augen geschlossen hatte, ein Apfelblatt in die rechte Hand. Dann suchten sie sich ein zweites Blatt aus und brachten es ihrem Elternteil in die linke Hand. Die Eltern sollten ertasten, ob das zweite Blatt ebenfalls ein Apfelblatt ist oder nicht. Und wenn es keines war, welches es gewesen sein könnte. „Nicht ganz leicht“, sagten die Eltern, es machte jedoch allen riesig Spaß.

    Am 23.10. gab es wieder was im Fühlsäckchen zu erfühlen. Wieder rund – oder doch nicht ganz so rund? Natürlich: eine Kartoffel. Die Kartoffel gehört inzwischen bei uns ganz selbstverständlich auf den Acker, obwohl sie ursprünglich aus Amerika kommt. In verschiedenen Gruppen konnten die Rotkehlchen alles mögliche über die Kartoffel erfahren. Wie wächst sie und wie wird sie geerntet, wie kocht man sie (was sogleich in der Praxis am Feuer ausprobiert wurde), und womit schmeckt die Kartoffel besonders gut: mit selbstgemachter Kräuterbutter natürlich. Zusammen am Feuer haben es sich die Rotkehlchen mit den Kartoffeln und der Butter gut gehen lassen. Zum Abschluss konnten die Kinder aus den Kartoffeln mit Hilfe von Ausstechern Stempel basteln und damit Tischkarten mit Wasserfarben bedrucken.

    Pünktlich vor dem letzten Treffen des Jahres am 11.12. hat ein Wichtel an Sabine geschrieben. Er hat gesehen, dass auf dem Grundstück so oft Kinder sind, was ihn sehr gefreut hat. Er kann mit allen Tieren und Pflanzen sprechen, und diese können ihn auch sehen und hören. Da Menschen das nicht können, muss er ihnen schreiben. Nun hat er den Kindern einen Brief geschrieben, der erstmal auf dem Grundstück gefunden werden wollte. Nach langer Suche und Verfolgung der Spuren des Wichtels (er hat auf seinem Weg einige Sachen verloren) konnte der Brief auf der Brache gefunden werden: der Wichtel bat die Kinder, für die Tiere einen reich gedeckten Platz für ihre Weihnachtsfeier zu Rotkehlchen einen sternförmigen Platz mit gefundenen Saaten, Samen, Beeren und Windlichtern. Es entstand eine sehr bezaubernde, feierliche Atmosphäre. Im Halbdunkel beendeten wir das Rotkehlchenjahr am Lagerfeuer mit warmen Apfelsaft, Popcorn und Weihnachtsliedern.


  • Die Rotkehlchen aus dem Jahresbericht 2023

    Die neue Kindergruppe der AGNUS-Jugend Weingarten e.V. für 3-4-Jährige hatte im März 2023 ihr erstes Treffen. Die Idee, den Kindergruppen der AGNUS-Jugend Vogelnamen zu geben, wollte die Gruppenleiterin Sabine Fetzner aufgreifen und überlegte, welcher Vogel wohl von seinem Aussehen und seinem Gemüt am besten zu den jungen, neugierigen Naturforschern passen würde.

    Die Rotkehlchen in Aktion

    Die Rotkehlchen haben rot-orange leuchtende Federn von der Stirn über die Brust bis zum Bauch – wie Kinder rote Bäckchen bekommen, wenn sie sehr begeistert spielen. Auch haben die Rotkehlchen fröhlich lachende Augen – wie Kinder, die sich freuen. Sehr eins mit dem Namen freuten sich Sabine und Loubna, am 27. März die Rotkehlchen zum ersten Treffen begrüßen zu dürfen. Von einem Elternteil begleitet kamen die Kinder ab 15.00 Uhr für 2 Stunden gemeinsame Naturzeit. Zu Beginn erwarteten die Kinder viele herrliche Fotos von Rotkehlchen in unterschiedlichen Situationen und Entwicklungsstadien. Jedes Kind suchte sich ein Lieblingsfoto aus. Bei einer kleinen Vorstellungsrunde zeigten die Kinder der Gruppe ihr Rotkehlchenbild und beschrieben, was das darauf abgebildete Rotkehlchen gerade tut. Während eines ausführlichen Spaziergangs über unser Gelände gab es Palmkätzchen, weiches Frühlingsgras, unsere Feuerstelle, die Trocken-Trenn-Toilette und vieles mehr zu erkunden. Die Hütte auf dem AGNUSJugend- Grundstück bot uns Schutz, als gegen Ende eine sehr dunkle Wolke plötzlich heftigen Schneeregen herunterprasseln ließ. Dicht an dicht fanden wir alle Platz darin und lernten das Rotkehlchenlied, das wir bis heute noch immer als Abschlusslied unserer gemeinsamen Zeit singen. Auch beim zweiten Treffen am 24. April ging es mit den Rotkehlchen-Fotos los: jedes Kind suchte sich am Anfang unter den abgebildeten Rotkehlchen das aus, welches es gerne sein möchte. Mit den Bildern stellten sich dann alle in einen Kreis und sangen gemeinsam ein Kennenlernlied. Weitergehendes Thema dieses Mal waren die Regenwürmer. Gemeinsam schauten wir uns Bilder von Regenwürmern an, was den Kindern Gelegenheit gab, von eigenen Erfahrungen mit Regenwürmern zu berichten. Dann ging es in die Praxis: im Erdhügel auf der Brache konnten die Kinder selbst nach Regenwürmern suchen und sie mit Becherlupen beobachten. Natürlich, ohne den Regenwürmern etwas zuleide zu tun. Nach der Beobachtung kamen die Würmer wieder in die Erde zurück.

    Am 22. Mai gab es ein richtiges Lagerfeuer in der großen Feuerschale, mit dem die Kinder in kleinen Eisenpfännchen Pfannkuchen backen konnten – natürlich unter tatkräftiger Unterstützung der Eltern.

    Beim vierten Treffen am 26. Juni begrüßte die Schnecken-Handpuppe die Kinder. Sie zeigte ihre Körperteile und erzählte aus ihrem Leben. Anschließend gingen wir über das AGNUS-Jugend-Gelände und hielten Ausschau nach Nackt- und Weinbergschnecken. Um sie zu beobachten, wie sie sich fortbewegen und verhalten, setzten wir sie in nasse Schalen, wobei natürlich nach der Beobachtung alle Schnecken wieder freigelassen wurden. Da es an diesem Tag sehr heiß war, eröffneten wir nach der Vesperrunde die Wasserspielstation, was die jetzt funktionierende Wasserpumpe ermöglichte: sie spendet Wasser zum Schütten, Schöpfen, Experimentieren und Obststräuchergießen auf dem AGNUS-Jugend-Gelände. In der Abschlussrunde schauten wir uns im Schneckensachbuch die Schneckeneier und die geschlüpften Schneckenbabys an.

    Auf Tierspuren-Entdeckungsreise ging es beim fünften Treffen am 24. Juli. Die Schnecken-Handpuppe begrüßte die Kinder und war begeistert, wieviel die Kinder vom letzten Rotkehlchentreffen noch wussten. Thema an diesem Tag war die Fortbewegung der Schnecken. Wir schauten uns die Schleimspur an, die die Schnecke beim Kriechen mit ihrem langen Fuß hinterlässt. Wie er funktioniert, wurde im Sachbuch und an Schnecken, die wir über eine Glasscheibe laufen ließen, erforscht. Plötzlich bemerkte die Schnecke einen seltsamen Geruch – der musste von einem anderen Tier sein. Sie begann zu suchen und entdeckte eine Tierspur in der Erde. Wir fragten uns, von welchem Tier sie wohl sein mag und fanden heraus, dass sie vom Dachs war. Die Spur schauen wir uns genau an und zum Vergleich auch ein Foto von einem Dachs. Wir fragten uns dann, welche Spur denn die Menschen machen, wenn sie über die Erde gehen. Um das zu beantworten, stellten wir aus feuchter Erde in einer Pappkiste ein Fußbett her, in das wir von unseren Füßen und daneben eine Trittspur eines Dachses setzen. Glücklicherweise hatten wir spezielle Trittstempel von einem Dachs, mit dem wir seine Spur in den Boden drücken konnten.

    Passend zur Jahreszeit ging es am 25. September rund um das Thema Äpfel. Wo wachsen Äpfel, wie sehen sie aus, wie schmecken sie, welche Form haben sie? Wir begannen damit, Äpfel in einem Fühlsäckchen zu ertasten und untersuchten dann das Innere des Apfels: wie ist er aufgebaut, wo befinden sich die Kernkammern und wieviele gibt es? Dass verschiedene Apfelsorten auch anders schmecken, wurde dann von den Kindern auch eifrig ausprobiert. Als sich bei uns allen der Hunger meldete, schälten wir die Äpfel mit der Apfelkurbel und bereiteten uns ein leckeres Müsli zu.

    Dann wurde es Herbst. Am 23. Oktober überlegten die Rotkehlchen, wie wohl die Artgenossen in der freien Natur den Herbst verbringen: wo finden sie ihre Nahrung und was vor allem fressen sie? Vor allem Samen und Beeren sind es, die den Rotkehlchen Nahrung bieten, und daher gingen auch die Rotkehlchen der AGNUSJugend auf die Suche nach Samenständen und Beeren. Gleichzeitig erfreuten wir uns alle am schönen Herbstlaub und den Fichtenzapfen, die man sammeln kann, um später schöne Dinge daraus zu basteln.

    Bis zum Winter ist es nun nicht mehr lang und am 20. November trafen wir uns zum Lagerfeuer. Der Höhepunkt diesmal war, dass die Kinder sich selbst aus den notwendigen Zutaten eine Trinkschokolade zubereiteten.

    Zum letzten Mal im Jahr 2023 trafen sich am 20. Dezember die Rotkehlchen nochmal am Lagerfeuer zu einem Tee. Da hatten wir es viel besser als die Rotkehlchen in der freien Natur, die nun die Kälte mit rein pflanzlicher Nahrung – also vor allem Körner – überstehen müssen. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, versuchten die Kinder auch mit einem Schnabel (Pinzette), Körner aufzupicken. Um den Vögeln zu helfen, bekamen die Kinder eine Portion Körner mit nach Hause, die sie verfüttern konnten. Zum Abschluss grillten wir zusammen mit den Eltern Würstchen und erzählten uns spannende Geschichten.

    Rotkehlchenlied

zurück zur Gruppenübersicht