Nach einer wetterbedingten Winterpause trafen sich die Blaumeisen Mitte März zum vierten Mal auf unseren Grundstücken. Wir entdeckten, wie die Natur langsam erwachte, studierten Blätter- und Blütenknospen und schauten, welche Blumen ihre Köpfchen schon aus der Erde streckten. Der Spaziergang über die Grundstücke ist mittlerweile obligatorisch: Wir starteten unter dem Walnussbaum – bis alle zusammengekommen waren, wurden die letzten Walnüsse gesucht und geknackt – und begannen mit einem kurzen Input zum Thema Frühlingsanfang. Wir gingen zur Mirabelle, die kleine Blütenansätze hatte. Die Johannisbeersträucher, die schon kleine Blüten trugen, waren in der Entwicklung bereits fortgeschrittener. Es ging weiter über den Weg zum damals gerade neu hinzugekommenen Rosengarten. Noch blühte dort nichts, aber man konnte durch die Büsche streifen und verwunschene Plätze entdecken. Weiter ging es zum Wiesengrundstück; besonders die Weiden hatten dicke Knospen, die teils offen und ganz weich waren. Der freie Platz wurde gleich von den Kindern zum Rennen und Toben genutzt. Zurück liefen wir über die Brache, was gar nicht so einfach war, da sie vollständig mit Stoppeln übersät war.
Anfang April war der Hase das Thema. Erst einmal sprachen wir ganz allgemein über Frühlingstiere, dann zeigte Loubna den Unterschied zwischen Feldhase und Kaninchen anhand eines Kinderbuches; aber auch für die Erwachsenen gab es einiges über die beiden Tierarten zu lernen. Anschließend machten wir die obligatorische Runde über die Grundstücke, wobei wir uns speziell die Knospen vom letztem Mal anschauten, die mittlerweile aufgegangen waren. Bei den Johannisbeeren konnten wir sogar schon kleine Fruchtstände entdecken. Anschließend gab es eine Bastelaktion, bei der von den Kindern mit Elternhilfe Flechtblumen aus Papier mit Hexentreppenstiel zusammengesteckt und gefaltet wurden.


Nun war Vogelbrutzeit: bei unserem Termin im Mai ging es allgemein um Vögel. Zu Beginn lauschten wir dem Gesang der Vögeln und versuchten, sie im Gebüsch oder auf den Bäumen zu entdecken. Wir sangen „Alle Vögel sind schon da“ und lauschten einer kleinen Mitmachgeschichte, in der die Vögel den Frühling begrüßten und welche die die Kinder und Erwachsenen begeisterte. Auf unserer Runde über die Grundstücke besuchten wir wieder die Fruchtknospen und schauten nach, ob es schon Blumen aus den Samen gab. Ein paar waren tatsächlich zu sehen. Zurück auf dem Walnussgrundstück gab es am Schluss eine Bastelrunde. Aus Eierkartonspitzen mit Krepppapier, bestückt mit Perlen entstanden tolle Blumenketten und Girlanden.

Einen Monat später war die Hauptblütezeit der Sträucher fast schon vorüber. Dafür gab es im Juni viele Blumen, die wir uns genauer anschauten: wieviele Rosen blühten noch und wie dufteten sie? Wir schnitten mehrere Rosenblüten auseinander, schauten uns ihr Innenleben im Querschnitt an und verglichen sie mit einer Schemazeichnung. Die Knospen und Blüten an den Obstbäumen und -sträucher waren dabei, zu Früchten zu werden, die Felsenbirnen und Johannisbeeren konnten bereits genascht werden. Als Abschluss unseres Termins bemalten alle Kinder Papierblumen und falteten die Blütenblätter in die Mitte. In eine Wanne mit Wasser gesetzt durften sie dort erblühen. Was war es für eine Überraschung, als die Kinder in den Blüten einen schönen Wunsch von ihren Eltern entdeckten.
Im Juli blieben wir beim Thema Blumen und Früchte; die Johannisbeeren, Stachelbeeren, Brombeeren und Mirabellen waren nun reif. Diesmal verweilten wir zunächst mit geschlossenen Augen auf dem Walnussgrundstück, um uns auf das, was wir hörten und fühlten, zu konzentrieren und uns anschließend darüber austauschen. Geleitet durch eine Entdeckungsgeschichte ging es dann in kleinen Schritten zum Rosengarten — über den Grasweg, den Boden unter den Füßen erspürend. Im Garten schauten wir nach den Rosen, wie diese duften, wie weich die Blätter sind und welche Farben unter ihnen zu entdecken sind. Die Kinder gingen dann dazu über, auf eigene Faust (ohne ihre Eltern) im Garten auf Entdeckungstour zu gehen. Zurück auf dem Walnussgrundstück war wieder Basteln angesagt: es gab durstige Blumen aus Kaffeefiltertüten, die die Kinder mit wasserlöslichen Stiften bemalten. Anschließend in ein Wasserglas gestellt, zogen sie Wasser hoch, sodass die Farbe in tollen Schlieren verlief.



Nach der Sommerpause im August trafen wir uns im September wieder. Als Thema boten sich – passend zur Jahreszeit – Früchte und natürlich ganz besonders Äpfel an. Auf dem Obstbaumstreifen der AGNUS-Jugend ernteten wir einige Äpfel. Nicht nur dort gibt es Äpfel, auch auf dem Rosengrundstück gibt es einen Apfelbaum, den wir ebenfalls aufsuchten. Nun hatten wir auch die Obstbaumleiter dabei, und wer sich traute, durfte daran hochklettern. In der nachfolgenden gemeinsamen Runde schauten wir uns die geernteten Äpfel genau an, wir verkosteten sie und verglichen sie mit mitgebrachten Äpfeln. Besonders spannend war der Apfel im Querschnitt mit seinen fünf Kammern. Hierzu las Loubna eine kleine Mitmachgeschichte vor. Mit Schere, Karton und Transparentpapier bastelten die Blaumeisen ein Apfelfensterbild aus Karton, das sie stolz mit nach Hause nehmen konnten.


Im Oktober war bereits der Herbst zu spüren: gibt es noch Früchte auf den Bäumen? Wie sehen die Blätter aus? Die ersten verfärbten sich schon oder besser: sie entfärbten sich. Die Walnüsse wurden auch schon reif, aber Vorsicht: sie waren noch ganz frisch, und da konnte die Haut etwas bitter schmecken. Besser ist es, sie zu schälen. Die Kinder haben Blätter, die von den Bäumen gefallen waren, mitgebracht oder sie direkt auf dem Grundstück gesammelt. Wir legten sie unter ein Blatt Papier und schraffierten sie mit Buntstiften. Faszinierend, wie schön sie sich auf dem Papier abzeichnen. Den Abschluss dieses Termins machten ein paar Fingerreime und eine kleine Geschichte zum Futtersammeln.


Dann wurde aber so richtig Herbst, und kühl war es auch schon. Wir überlegten uns, wie die Tiere sich auf die kalte Jahreszeit vorbereiten und konzentrierten uns dann besonders auf ein ganz tolles Tier: das Eichhörnchen. Loubna zeigte Bilder aus dem Leben der Eichhörnchen im Kamishibai – unserem Papiertheater – und machte anschaulich, wie diese Tiere den Winter überstehen. Sie sammeln im Herbst fleißig Walnüsse, die sie dann als Vorrat für den Winter an vielen verschiedenen Stellen verstecken. Sie halten keinen Winterschlaf, sondern müssen den ganzen Winter über immer mal wieder ihren Kobel verlassen, um zu fressen. Dann müssen sie sich an ihre Walnussverstecke erinnern, was sie in der Regel sehr gut hinbekommen. Auch wir machten es dann wie die Eichhörnchen: es wurden eifrig Walnüsse gesammelt und geknackt. Nach dem obligatorischen Rundgang auf dem Rosengrundstück verabschiedeten wir uns.



Der Dezembertermin, bei dem geplant war, Kerzengläser zu basteln, fiel leider aus.
Loubna hat daher die Kerzengläser als Geschenk für alle Kinder gebastelt. Im Glas befand sich Sand, in den kleine Kerze gesteckt war. Außen wurde in ein Gummiband ein kleiner Engel gesteckt und alles mit einem Juteband umwickelt, in das Blätter, kleine Zweige mit Hagebutten oder Erlenzapfen hineingesteckt werden können. So hat jede Blaumeise ein kleines Geschenk von der AGNUS-Jugend bekommen.
