Kategorie-Archiv:Presse

Presseberichte über und von der AGNUS-Jugend

Die Rotkehlchen aus dem Jahresbericht 2025

Das erste Rotkehlchentreffen be­grüßten wir im Januar mit einer kleinen Acht­samkeitsübung: wir atme­ten eine große Prise Januarluft ein und nahmen wahr, wie sie riecht. Still lauschten wir nach den Geräuschen um uns und ver­suchten ihren Ursprung zu ergründen. Wir schauten uns in der Natur um und betrachteten sie in ihrem Winterkleid. So sahen wir blattlose Bäume, trockene, gelbe Maisstängel und einen Blätterhaufen aus braunen, trockenen Blättern. Die Vögel im Winter erhalten von den Menschen verschie­dene essbare Saaten und Körner, weil ihr natürliches Nahrungeangebot jetzt sehr eingeschränkt ist. Wir probierten sie und ordneten sie den verschiedenen Vögeln zu, die ihrem Schnabel ent­sprechend eher weiche oder harte Kör­ner knacken können. Dann wartete am Lagerfeuer schon heißer Apfelpunsch. Aus den weichen Saaten rösteten wir uns einen Knuspermix, der hervor­ragend auf Butterbrot schmeckte. Zum Abschluss baute jedes Kind zusammen mit seinem Elternteil einen Meisenknödelhalter aus Weiden­zwei­gen.

Ende März zum zweiten Treffen beschäftigten wir uns mit Hasen und Kaninchen. Die Kinder erarbeiteten zusammen mit Loubna deren unter­schiedliche Lebensweisen. Dar­aufhin sammelten Eltern und Kinder wilde Wiesenkräuter: aus ihnen wurde eine leckere Kräuterbutter her­gestellt, die wir auf Hasenbrot (frisch ge­backe­nes Brot mit einer knusprigen Kruste und einer sehr weichen Brot­krume) genossen. Auf dem Lagerfeuer wärmten wir Apfelpunsch, und auf der Wiese übten die Kinder als Hasen und Kaninchen das Haken schlagen. So erfuhren sie, wie schwer es für Raubtiere ist, einen Hasen zu fangen. Die Kinder kennen sich nun schon sehr gut und gehen mutig aufeinander zu, wie wir beim Abschlussspiel erleben konnten.

09. April: bei strahlenden Sonnenschein durften wir wieder ein neues Schnup­perkind mit seinem Papa begrüßen. Sabine sprach mit den Kindern darüber, mit was die Rotkehlchen im Frühling beschäf­tigt sind und welche ihre bevor­zugten Nistplätze sind. Zu Anschauung be­trach­teten wir das Bild eines Rot­kehl­chennests, in dem 5 hungrige Rot­kehl­chen sitzen. Der Rotkehlchenpapa und die Vogelmutter sind eifrig dabei, sie zu füttern. Die Kinder überlegten, was die Jungen wohl am liebsten fres­sen. Überhaupt war alles interessant, was es rund um die Vogelbrut und zu verschiedenen Vogelnestern zu wissen gibt. So konnten wir sehen, wie sie gebaut sind, und ein Foto zeigte uns, dass die Eier der Rotkehlchen eine naturweiße Farbe haben und rostrot gesprenkelt sind. Inzwischen hatten die Eltern eine Baumscheibe mit Löchern versehen, auf die sie nun gemeinsam mit den Kindern aus Weidenästen Osterkörbchen flochten. Für die ferti­gen Körbchen suchten die Kinder auf dem Gelände eine weiche Aus­pol­ste­rung. Sie fanden trockene Samen­stände, frisches Gras, Moos und ande­res. Anschließend erkundeten wir das durch die AGNUS-Jugend neu ange­pachtete Grundstück. Unser ge­lieb­tes Rotkehlchenspiel gab unserem wun­der­vollen Nachmittag in der Natur einen fröhlichen Abschluss.

Bei der nächsten Veranstaltung am 21. Mai versammelten sich alle Rot­kehl­chen im Kreis und lauschten eine kurze Weile der Natur. Wir hatten den Eindruck, dass die Vögel um uns herum diese kleine Wahrnehmungs­übung zusammen mit uns machten, denn sie waren erstaunlich still in diesem Moment. Wir sahen bereits, dass sich am westlichen Himmel dunkle Wolken zusam­menzogen, und tatsächlich rückte ein Gewitter immer näher an uns heran. Wir setzten uns um die Feuerschale, wo sich die Kinder zusammen mit Loubna in eine Vogel-Mitmach-Geschichte vertieften. Als der Wind immer stärker pustete, stellten wir uns auf die Brache und sahen dem Wetterschauspiel zu. Mit dem Einsetzen des Regens flüch­teten wir alle in die Hütte, wo wir die Zeit mit dem Vespern des mitgebrachten Proviants verbrachten. Bei leichtem Regen gingen wir dann auf unserem neuen Rosen­grundstück auf Ent­deckungs­tour. Abwechselnd durften die Kinder die Gruppe auf einem selbst gewählten Weg über das Grundstück führen. Dabei merkten sich die Kinder immer eine Pflanze oder Sache, die sie bemerkenswert fanden. Wir sammelten außerdem viele Wild­kräuter, die wir auspressten, um mit der gewonnenen Saftessenz eine leckere Wildkräuterlimonade herzustellten. Zum Abschluss durfte unser beliebtes Rotkehlchenlied nicht fehlen.

Es war ein sehr heißer Mittwoch­nachmittag Ende Juni. Jedoch im Schatten unseres großen Nussbaumes konnten wir einer kleinen Geschichte lauschen, die uns zu den Rosen auf unserem neuen Grundstück führte. Wir schnup­perten ihren zarten Duft und bemerkten die vielen verschiedenen Rosa- und Rottöne der Blütenblätter. Einige welke Blüten ernteten wir, außerdem Gänse­blümchen und Kleeblüten. Wir unter­suchten sie auf ihre Bestandteile und verglichen sie mit den Bildern in einem Bestim­mungs­buch, das uns auch die dazu­gehörigen Fachbegriffe verriet. In der Erfri­schungs­pause tranken wir kühle selbst­gemachte Limo, die mit unserem angesetzten Spitzwegerich-Holunder-Honig gesüßt war. Auch gab es herrlich frischen griechischen Joghurt, den wir ebenfalls mit dem feinen Honig süßten. Nach der Stärkung lernten wir, wie man mit einem „Wiesenpflaster“, d.h. einem Spitz­wege­richblatt, eine kleine Wunde, Verletzung oder einen Insektenstich selbst verarzten kann. Am Bastelstand malten die Kinder bunte Blüten, die mit einem Wunsch versehen im kleinen Wunschbrunnen erblühen konnten. Wie immer sangen wir unser Rotkehl­chenlied, zu dem wir jedes Mal neue und originellere Strophen erfinden.

Im Juli gingen wir reife Zwtschgen und Kirsch­pflaumen auf dem durch die AGNUS-Jugend gepachteten Obst­baum­streifen ernten. Herrlich, wie das reife Obst auf die ausgelegte Plane unter den Bäumen herunter prasselte, als ein Papa oben im Baum fest schüttelte. Auf dem Grundstück ange­kommen berei­teten wir aus dem Obst leckere rohe Pralinen zu, indem wir es mit Nuss-Dattel-Schokomasse ummantelten. Zum Abschluss sangen wir wie immer unser legendäres Rot­kehl­chenlied – neu erfundene Strophen steigern unseren Mitmachspaß.

Angenehm warme Spätsommer­temperaturen erwarteten uns Mitte September im AGNUS-Jugend-Garten. Bis alle Fami­lien eingetrudelt waren, zündeten wir das Feuer in der Feuerschale an und bereiteten einen Apfelpfannkuchenteig zu, denn diesmal stand der Apfel im Fokus. Eine Gruppe begann am Feuer, kleine Apfelpfannkuchen auszu­braten. Gleich­zeitig kosteten andere Kinder die verschiedensten Apfel­sorten. Wir ver­suchten, von der Scha­len­farbe auf den Säuregehalt der Äpfel zu schließen – was uns nicht gelingen konnte, denn grüne Äpfel sind eben nicht zwingend säuerlich, genauso wie rotbackige nicht immer süß sind. An einer anderen Station sollte der Apfel ertastet werden. Es gab in verschie­denen Körben jeweils ein Apfel und ein Gemüse, die sich sehr ähnlich anfühl­ten. Jedes Kind steckte beide Hände in den abgedeckten Korb, ertastete den Apfel und erklärte, anhand welcher Merkmale es den Apfel erkannt hat. Mithilfe von Fotos erfuhren wir vieles über die Apfelblüte, ihre Befruch­tungsorgane und wie der Apfel zu wachsen beginnt. An reifen Äpfeln such­ten wir im Apfelkelch die trockenen Blütenblätter. Ist der Apfel nicht ein kleines Naturwunder? Die restliche Zeit verbrachten die Kinder spielend in der warmen Abendsonne.

Anknüpfend an die intensive Beschäf­tigung mit dem Apfel im September war Mitte Oktober ein sehr verbreiteter Schädling des Apfels, der Apfelwickler, das Thema. Wir schauten uns seine Bohrlöcher auf der Apfeloberfläche an und erkannten beim Aufschneiden seinen Fraß­weg ins Innere bis zum Kern­gehäuse – denn er frisst auch gerne die Apfelkerne. Anhand von Fotos konnten wir die verschiedenen Ent­wicklungs­stadien des Apfelwicklers und das Leben der zwei Generationen, die das Jahr über aktiv sind, kennen­lernen. Nach der Theorie bereiteten wir leckere Paradiesäpfel zu. Am Feuer kochten wir den Sirup, der mit Rote-Beete-Saft gefärbt war, solange ein, bis er zäh­flüssig war. Die Kinder tauchten ihre Äpfel mit Schaschlikspießen in die rote süße Masse. Nach kurzem Warten war der rote Guss erkaltet, und schon konnten wir die kandierten Äpfel genießen. Beim anschließenden Apfel­wicklerspiel legten die Apfelwickler Eier auf die Äpfel ab. Kinder, die in der Apfelrolle waren, mussten gut mit­zählen, um die Anzahl der abgelegten Eier richtig zu bestimmen. Mit unserem beliebten Rotkehlchenlied beendeten wir unser Treffen.

Den kalten Temperaturen im November entspre­chend bereiteten wir uns diesmal eine warme Gemüse-Nudelsuppe zu. Damit die Suppe Zeit zum Kochen hatte, schnippelten die Kinder gleich zu Beginn unseres Treffens das Gemüse, während die begleitenden Eltern das Feuer anzündeten und sich um die Suppe kümmerten. Während­dessen startete für die Kinder im Rosengarten eine spielerische Orien­tierungsphase. Je­des Kind durch­streifte für sich den kom­pletten Garten. Am Ausgangspunkt zu­rückgekommen, überlegte jedes Kind, an welcher Stelle im Garten es sich am wohlsten gefühlt hat, und ging noch mal los, um diesen Wohlfühlplatz aufzusuchen und sich von dort ein besonderes Merkmal einzuprägen. Nach einem erneuten Versammeln aller Kinder versteckte sich jedes nacheinander an seinem Lieblingsplatz. Nach einem „piep“ aus dem Versteck durfte die Gruppe losziehen, um das Kind zu finden. In seinem Versteck entdeckt erzählte uns das Kind, warum es sich diesen Platz als Lieblingsplatz ausgesucht hat. Diese wundervolle Selbsterfahrung machte den Kindern so viel Spaß, dass sie das Spiel gleich nocheinmal wiederholten. Schließlich wurden alle zum Suppe­essen gerufen. Die Kinder wünschten sich für unser letztes Treffen, wieder mit dem Wichtel in Kontakt zu treten. Da man mit dem Wichtel nur per Post korrespondieren kann, schrieben wir ihm einen Brief und baten ihn, am Weihnachtstreffen im Dezember etwas mit uns zu unter­nehmen. Auch fragten ihn die Kinder, wie er denn mit den Tieren und Pflanzen spreche. Wir hängten den Brief an die Fichte auf dem Grundstück und verabschiedeten uns.

Als wir unser letztes Treffen im Jahr am 10. Dezember eröffneten, entdeckten die Kinder an der Fichte einen Brief vom Wichtel. Wir öffnen den Brief und lasen ihn gemeinsam. Der Wichtel hatte sich eine tolle Sache ausgedacht: er wünschte, dass jedes Kind einen schö­nen Futter­platz baut. Gleich machten wir uns an die Arbeit, um aus Birken­reisig, Moos und Thujazweigen eine gemütliche Vogelfutterschleife zum auf­hängen zu bauen. Das Futter hatte der Wichtel versteckt. Durch das rich­tige Beant­worten von Quizfragen über das Leben der Rotkehlchen bekamen die Kinder Hinweise, wo sie das Futter für die Rotkehlchen finden konnten. Die leckeren, von Eltern gemachten Ener­gie­bällchen durften die Kinder in ihre Vogelfutterschleife legen und sie dann im Laufe unseres Treffens immer wie­der naschen. Am Lagerfeuer tran­ken wir selbst gemachten Apfel-Weih­nachts­punsch und bereiteten Popcorn in den neuen Popcorn-Sieben zu. Dabei sangen wir Weihnachtslieder. In der wunder­vollen ruhigen dunklen Abend­stimmung verabschiedeten wir uns im Schein des Lagerfeuers – dankbar für das schöne gemeinsame Jahr 2025.

Die Blaumeisen aus dem Jahresbericht 2025

Nach einer wetterbedingten Winterpause trafen sich die Blaumeisen Mitte März zum vierten Mal auf unseren Grundstücken. Wir entdeckten, wie die Natur langsam erwachte, studierten Blätter- und Blütenknospen und schauten, welche Blumen ihre Köpfchen schon aus der Erde streckten. Der Spaziergang über die Grundstücke ist mittlerweile obligatorisch: Wir starteten unter dem Walnussbaum – bis alle zusammengekommen waren, wurden die letzten Walnüsse gesucht und geknackt – und begannen mit einem kurzen Input zum Thema Frühlingsanfang. Wir gingen zur Mirabelle, die kleine Blütenansätze hatte. Die Johannisbeersträucher, die schon kleine Blüten trugen, waren in der Entwicklung bereits fortgeschrittener. Es ging weiter über den Weg zum damals gerade neu hinzugekommenen Rosengarten. Noch blühte dort nichts, aber man konnte durch die Büsche streifen und verwunschene Plätze entdecken. Weiter ging es zum Wiesengrundstück; besonders die Weiden hatten dicke Knospen, die teils offen und ganz weich waren. Der freie Platz wurde gleich von den Kindern zum Rennen und Toben genutzt. Zurück liefen wir über die Brache, was gar nicht so einfach war, da sie vollständig mit Stoppeln übersät war.

Anfang April war der Hase das Thema. Erst einmal sprachen wir ganz allgemein über Frühlingstiere, dann zeigte Loubna den Unterschied zwischen Feldhase und Kaninchen anhand eines Kinderbuches; aber auch für die Erwachsenen gab es einiges über die beiden Tierarten zu lernen. Anschließend machten wir die obligatorische Runde über die Grundstücke, wobei wir uns speziell die Knospen vom letztem Mal anschauten, die mittlerweile aufgegangen waren. Bei den Johannisbeeren konnten wir sogar schon kleine Fruchtstände entdecken. Anschließend gab es eine Bastelaktion, bei der von den Kindern mit Elternhilfe Flechtblumen aus Papier mit Hexentreppenstiel zusammengesteckt und gefaltet wurden.


Nun war Vogelbrutzeit: bei unserem Termin im Mai ging es allgemein um Vögel. Zu Beginn lauschten wir dem Gesang der Vögeln und versuchten, sie im Gebüsch oder auf den Bäumen zu entdecken. Wir sangen „Alle Vögel sind schon da“ und lauschten einer kleinen Mitmachgeschichte, in der die Vögel den Frühling begrüßten und welche die die Kinder und Erwachsenen begeisterte. Auf unserer Runde über die Grundstücke besuchten wir wieder die Fruchtknospen und schauten nach, ob es schon Blumen aus den Samen gab. Ein paar waren tatsächlich zu sehen. Zurück auf dem Walnussgrundstück gab es am Schluss eine Bastelrunde. Aus Eierkartonspitzen mit Krepppapier, bestückt mit Perlen entstanden tolle Blumenketten und Girlanden.

Einen Monat später war die Hauptblütezeit der Sträucher fast schon vorüber. Dafür gab es im Juni viele Blumen, die wir uns genauer anschauten: wieviele Rosen blühten noch und wie dufteten sie? Wir schnitten mehrere Rosenblüten auseinander, schauten uns ihr Innenleben im Querschnitt an und verglichen sie mit einer Schemazeichnung. Die Knospen und Blüten an den Obstbäumen und -sträucher waren dabei, zu Früchten zu werden, die Felsenbirnen und Johannisbeeren konnten bereits genascht werden. Als Abschluss unseres Termins bemalten alle Kinder Papierblumen und falteten die Blütenblätter in die Mitte. In eine Wanne mit Wasser gesetzt durften sie dort erblühen. Was war es für eine Überraschung, als die Kinder in den Blüten einen schönen Wunsch von ihren Eltern entdeckten.

Im Juli blieben wir beim Thema Blumen und Früchte; die Johannisbeeren, Stachelbeeren, Brombeeren und Mirabellen waren nun reif. Diesmal verweilten wir zunächst mit geschlossenen Augen auf dem Walnussgrundstück, um uns auf das, was wir hörten und fühlten, zu konzentrieren und uns anschließend darüber austauschen. Geleitet durch eine Entdeckungsgeschichte ging es dann in kleinen Schritten zum Rosengarten — über den Grasweg, den Boden unter den Füßen erspürend. Im Garten schauten wir nach den Rosen, wie diese duften, wie weich die Blätter sind und welche Farben unter ihnen zu entdecken sind. Die Kinder gingen dann dazu über, auf eigene Faust (ohne ihre Eltern) im Garten auf Entdeckungstour zu gehen. Zurück auf dem Walnussgrundstück war wieder Basteln angesagt: es gab durstige Blumen aus Kaffeefiltertüten, die die Kinder mit wasserlöslichen Stiften bemalten. Anschließend in ein Wasserglas gestellt, zogen sie Wasser hoch, sodass die Farbe in tollen Schlieren verlief.


Nach der Sommerpause im August trafen wir uns im September wieder. Als Thema boten sich – passend zur Jahreszeit – Früchte und natürlich ganz besonders Äpfel an. Auf dem Obstbaumstreifen der AGNUS-Jugend ernteten wir einige Äpfel. Nicht nur dort gibt es Äpfel, auch auf dem Rosengrundstück gibt es einen Apfelbaum, den wir ebenfalls aufsuchten. Nun hatten wir auch die Obstbaumleiter dabei, und wer sich traute, durfte daran hochklettern. In der nachfolgenden gemeinsamen Runde schauten wir uns die geernteten Äpfel genau an, wir verkosteten sie und verglichen sie mit mitgebrachten Äpfeln. Besonders spannend war der Apfel im Querschnitt mit seinen fünf Kammern. Hierzu las Loubna eine kleine Mitmachgeschichte vor. Mit Schere, Karton und Transparentpapier bastelten die Blaumeisen ein Apfelfensterbild aus Karton, das sie stolz mit nach Hause nehmen konnten.


Im Oktober war bereits der Herbst zu spüren: gibt es noch Früchte auf den Bäumen? Wie sehen die Blätter aus? Die ersten verfärbten sich schon oder besser: sie entfärbten sich. Die Walnüsse wurden auch schon reif, aber Vorsicht: sie waren noch ganz frisch, und da konnte die Haut etwas bitter schmecken. Besser ist es, sie zu schälen. Die Kinder haben Blätter, die von den Bäumen gefallen waren, mitgebracht oder sie direkt auf dem Grundstück gesammelt. Wir legten sie unter ein Blatt Papier und schraffierten sie mit Buntstiften. Faszinierend, wie schön sie sich auf dem Papier abzeichnen. Den Abschluss dieses Termins machten ein paar Fingerreime und eine kleine Geschichte zum Futtersammeln.


Dann wurde aber so richtig Herbst, und kühl war es auch schon. Wir überlegten uns, wie die Tiere sich auf die kalte Jahreszeit vorbereiten und konzentrierten uns dann besonders auf ein ganz tolles Tier: das Eichhörnchen. Loubna zeigte Bilder aus dem Leben der Eichhörnchen im Kamishibai – unserem Papiertheater – und machte anschaulich, wie diese Tiere den Winter überstehen. Sie sammeln im Herbst fleißig Walnüsse, die sie dann als Vorrat für den Winter an vielen verschiedenen Stellen verstecken. Sie halten keinen Winterschlaf, sondern müssen den ganzen Winter über immer mal wieder ihren Kobel verlassen, um zu fressen. Dann müssen sie sich an ihre Walnussverstecke erinnern, was sie in der Regel sehr gut hinbekommen. Auch wir machten es dann wie die Eichhörnchen: es wurden eifrig Walnüsse gesammelt und geknackt. Nach dem obligatorischen Rundgang auf dem Rosengrundstück verabschiedeten wir uns.


Der Dezembertermin, bei dem geplant war, Kerzengläser zu basteln, fiel leider aus.

Loubna hat daher die Kerzengläser als Geschenk für alle Kinder gebastelt. Im Glas befand sich Sand, in den kleine Kerze gesteckt war. Außen wurde in ein Gummiband ein kleiner Engel gesteckt und alles mit einem Juteband umwickelt, in das Blätter, kleine Zweige mit Hagebutten oder Erlenzapfen hineingesteckt werden können. So hat jede Blaumeise ein kleines Geschenk von der AGNUS-Jugend bekommen.

Igelbausätze und Igelwissen

Am 31. Januar trafen sich von den Falken drei Mädchen und zwei Jungs bei Loubna im Garten. Der Grund für den Ortswechsel sind die Überwinterungsgehege der Igel, die Loubna in ihrem Garten hat. So konnte sie zeigen, wie die vor ein paar Jahren gebauten Igelhäuser eingesetzt wurden und was die Tiere am besten gefüttert bekommen (Katzenfutter ohne Getreide, zugesetzt mit getrockneten Soldatenfliegenlarven), denn Igel sind Insektenfresser und bevorzugen tierische Kost. Also ein nützlicher Helfer bei der Bekämpfung von Schadinsekten im Garten. Die Abbildungen von Igeln mit Äpfel sind nicht realistisch, eher sucht der Igel daraus die Insekten. Besonders im Herbst frisst sich der Igel eine Speckschicht an, um über den Winter zu kommen.

Ein Igel hält Winterschlaf, das heißt, er setzt seine Lebensfunktionen über den Wintermonate herunter: Die Körpertemperatur sinkt von 37 Grad auf auf 5 Grad, sein Herz schlägt nicht mehr 180-200 mal in der Minute sondern nur noch 8-9 mal in der Minute, auch die Anzahl der Atemzüge verringert sich von 40-50 pro Minute auf 3-4 pro Minute. So verbraucht er seine Fettreserven sehr langsam. Erst Ende März bzw. im April wachen die Igel auf und gehen gleich auf Nahrungssuche. Er hat ungefähr ein Drittel seines Gewichts verloren. Ein ausgewachsener Igel erreicht eine Länge von 20-30 cm. Er hat sogar einen kleinen Schwanz, der aber nur 2-2,5 cm lang und daher schlecht sichtbar ist. Der Igel hat 8000 Stacheln, die zu einer Kugel zusammen rollen, eine gute Abwehr sind.

Der Feind des Igels sind Parasiten, die er durch Schnecken und Regenwürmer in Ermangelung an Insekten frisst. Aber noch verheerender ist der Mensch, einerseits durch Einschränkung seines Lebensraums, aufgeräumte Gärten, Insektizide, scharfe Gartengeräte, Mähroboter, die in der Nacht fahren und vor allem das Auto. Gerade im Frühjahr werden leider viele Igel auf Nahrungssuche überfahren. Also bitte auf einen tierfreundlichen Garten mit Durchgängen in den Zäunen achten. Viele Insekten bedeuten auch Nahrung für Igel und Vögel.

Nach dieser kleinen theoretischen Einführung bauten die Kinder die vorgefertigten Teile zu Igelhäuser zusammen. Schon geübt waren 5 Bausätze schnell vorgebohrt und verschraubt. Die Rattenklappen und der Boden kamen für die Schlafhäuser nicht zum Einsatz. Aus diesen wurde zu einem späteren Zeitpunkt ein Futterhaus (mit zwei Türen und Rattenklappen). Ein paar kleine Tonigel sind auch entstanden.

Die Falken aus dem Jahresbericht 2025

Dieses Jahr gab es zunächst einmal zwei Gemeinschaftsveranstaltungen zusammen mit den Buntspechten: der Ausflug in die Klima-Arena Sinsheim im April und das Übernachtungswochenende auf dem AGNUS-Jugend-Grundstück im Juli.

Im Herbst fand dann wieder die gewohnte Winterwerkstatt am Samstag, den 08. November statt. Die Falken bauten an diesem Termin unter Leitung von Andreas sogenannte Halbhöhlen in der Werkstatt des Heimatmuseums. Auf dem Weihnachtsmarkt, der kurz nach dem Termin stattfand und an dem sich auch die Falken bei Verkauf und Bastelstand fleißig beteiligten, wurden die Halbhöhlen sogleich zum Verkauf angeboten.

Bücherschenkung von Familie Frosch

Die Eheleute Ursula und Manfred Frosch besaßen in Ihrem Haus im Zentrum von Weingarten eine umfangreiche Bibliothek mit einer großen Anzahl von Naturbüchern. Da sie im Herbst 2025 Ihr Anwesen aufgeben mussten, suchten sie Interessenten für ihre Bibliothek. Da sie Mitglieder der AGNUS-Jugend sind und ihnen wichtig war, dass die Bücher in gute Hände geraten, haben sie dem Verein eine große Anzahl Bücher geschenkt. Darunter sind viele Tier- und Pflanzenbestimmungsbücher, Sachbücher über spezielle Arten sowie sehr schöne Bildbände. Auf dem Bild ist ein Teil der Bücher zu sehen.

Weiterlesen →

Der Weihnachtsmarkt 2025

Am Samstag vor dem ersten Advent fand traditionell der Weihnachtsmarkt in Weingarten statt. Auch die AGNUS-Jugend war wieder mit einem eigenen Stand dabei. Mit vielen helfenden Händen wurde am Morgen der Pavillon aufgebaut, die Tische und Bänke aufgestellt und weihnachtlich dekoriert. Zum Verkauf kamen diesmal Lebensmittel-Wachstücher, Halbhöhlenbrüter-Nisthilfen, Insektenhotels, Igel-Überwinterungs-Häuser, Igeltore für Zäune und Vogelfutterhäuschen. Ganz besonders gut an kamen die Postkarten mit Naturmotiven, teils fotografiert, teils gemalt oder gestaltet.

Weiterlesen →

Weihnachtsmarkt in Weingarten 2025

Auch dieses Jahr ist die AGNUS-Jugend wieder mit einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt am Samstag vertreten. Diesmal hat unsere Falken-Gruppe Nisthilfen für Halbhöhlenbrüter wie Bachstelze, Grauschnäpper, Hausrotschwanz, Rotkehlchen und Zaunkönig gebaut, die wir zum Verkauf anbieten. Es gibt auch Insektenhotels, Igel-Übernachtungshäuser, Igeltore, die verhindern, dass sich die Igel am Zaun verletzen und Wachstücher (anstatt Frischhaltefolie) sowie Postkarten mit weihnachtlichen und Natur-Motiven.
Als zusätzliche Attraktion bieten wir für Kinder Basteln mit Naturmaterialien am Stand an.

Von dem Erlös unterstützen wir unsere Kindergruppen: für Kinder und Jugendliche im Alter ab 13 Jahren gibt es die Falken, von 10 bis 12 Jahren die Buntspechte, von 6 bis 9 Jahren die Spatzen, von 5 bis 6 Jahren die Rotkehlchen, von 3 bis 4 Jahren die Blaumeisen und ab dem kommenden Frühjahr für Kinder ab 2 Jahren die Grünfinken. Bei unseren regelmäßigen Treffen auf unseren Grundstücken im Bruch führen wir die Kinder und Jugendliche in spielerischer und interessanter Weise an den Natur- und Umweltschutz heran.

Vogelfutterhausbau mit dem Jugendorchester des Akkordeon-Spielring Weingarten


Dass Kinder und Jugendliche der AGNUS-Jugend in der Museums­werkstatt des Bürger- und Heimat­vereins fleißig sind, ist durchaus nichts Ungewöhnliches. Neu war am vorletzten November­samstag jedoch, dass das Jugendorchester des Akkordeon­-Spielring Weingarten e.V. (ASW) unter der Leitung von Marita Götz zu Gast in der Museumswerkstatt war. Bereits vor einiger Zeit war die Idee ent­stand­en, eine Koope­ration zu starten, mit dem Ziel, den Mitgliedern des Jugendorchesters des ASW eine Bastel­aktion zu ermöglichen. Im Herbst diesen Jahres wurde diese dann von Marita und Wolfram konkretisiert, und der Plan entstand, Vogelfutter­häuser zu bauen.

Weiterlesen →

Spatzentreffen mit Herrn Kindermann am 15.11.2025

Am 15.11.2025 fand das monatliche Treffen der Spatzen in ganz besonderem Rahmen statt: wir trafen uns nicht – wie üblich – auf dem AGNUS-Jugend-Grundstück, sondern der Treffpunkt war diesmal um 10:00 der Strand am Baggersee. Diesmal hat sich nämlich dankenswerterweise der Waldpädagoge des Weingartener Forst, Herr Kindermann, bereiterklärt, der Gruppe einiges über die Vögel zu erzählen, die am Baggersee und im Wald heimisch sind. Außer den zahlreich erschienenen Kindern waren natürlich die Gruppenleiterin Sarah sowie Loubna, Ines, Kristina und Wolfram als erwachsene Begleitungen dabei.

Weiterlesen →

Winterwerkstatt am 08.11.2025

Was haben Hausrotschwanz, Bachstelze, Grauschnäpper, Rotkehlchen und Zaunkönig gemeinsam? Sie möchten beim Brüten einen freien Blick auf ihre Umgebung haben. Daher suchen sie sich gerne Brutnischen oder Spalten, welche aber in unserer aufgeräumten Welt rar geworden sind. Hier sind unsere heimischen Vögel auf Nisthilfen angewiesen.

Genau solche Halbhöhlen, wie sie genannt werden, haben die Falken am Samstag, 08. November 2025 in der Werkstatt des Heimatmuseums gebaut. Drei Mädchen und zwei Jungs fertigten mit Andreas und Loubna 20 Halbhöhlen nach dem Bausatz des NABU.

Zuerst wurde das Brett unter dem Einflugschlitz durch Hammerschläge aufgerauht, damit die Vögel besseren Halt bekommen. Derweilen sägte Andreas die weiteren Bretter zurecht, die von den Jugendlichen übernommen wurden. Schon geübt im Bauen, immer zu zweit – einer bohrte, der andere schraubte -, fügten die Jugendlichen die Nisthilfen schnell zusammen. Eine Haltestange zum Befestigen kam an die Rückseite und Dachpappe als Schutz aufs Dach. So wurden daraus komfortable und bezugsfertige Halbhöhlen.

Bei der Montage muß man beachten, daß die Halbhöhlen im Halbschatten (nicht nach Westen, zur Wetterseite oder pralle Südseite) in etwa zwei bis drei Meter Höhe an geschützte, für Katzen und Marder möglichst unzugängliche Orte an Hauswänden, auf Balkonen oder an Schuppen und Gartenhäuschen angebracht werden. Dies geschieht am besten noch jetzt im Winter, sodass die Vögel diese noch in der kalten Jahreszeit zum Schlafen und Überwintern nutzen können.

Die Nisthilfen können an unseren Marktständen, z.B. auf dem Weihnachtsmarkt und beim Vorstand erworben werden.